Warum funktioniert Multitasking meistens nicht so gut, wie es sich anfühlt? Bei zwei anspruchsvollen Aufgaben arbeitet das Gehirn in der Regel nicht wirklich parallel. Es wechselt Regeln, Ziele und relevante Informationen – und genau dieser Wechsel kostet Zeit und erhöht häufig die Fehlerquote. In der Forschung heißt dieser messbare Effekt switch cost.
Das bedeutet nicht, dass jede Kombination von Tätigkeiten problematisch ist. Gehen und ein entspanntes Gespräch können gut zusammenpassen. Schwierig wird es vor allem dann, wenn zwei Aufgaben gleichzeitig bewusste Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis oder schnelle Entscheidungen verlangen.
BrainApps enthält kurze Aufgaben zu Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Logik. Eine klar begrenzte Runde kann helfen, den eigenen Umgang mit Regeln, Tempo und Fehlern bewusst zu beobachten. BrainApps kennenlernen.
- Warum Multitasking nicht funktioniert: Das Gehirn wechselt den Aufgabenmodus
- Was ist ein Switch Cost?
- Was die BrainApps-Aufgabe „Switch Tasks Fast“ damit zu tun hat
- Vier alltagstaugliche Wege zu weniger Wechselkosten
- Was sagt die Forschung über Multitasking und Aufgabenwechsel?
- Häufige Fragen
- Kann das Gehirn überhaupt zwei Dinge gleichzeitig tun?
- Ist Multitasking immer schlecht?
- Kann man Task Switching trainieren?
- Was ist der einfachste erste Schritt?
- Fazit: Flexibel wechseln – aber nicht kostenlos
- Eine kurze BrainApps-Runde ausprobieren
Warum Multitasking nicht funktioniert: Das Gehirn wechselt den Aufgabenmodus
Stellen Sie sich vor, Sie beantworten eine Nachricht und versuchen gleichzeitig, Zahlen aus einer Tabelle zu prüfen. Für die Nachricht brauchen Sie sprachliche Regeln und den Gesprächskontext. Für die Tabelle müssen andere Informationen und Entscheidungskriterien aktiv sein. Beim Wechsel muss das Gehirn das neue Ziel priorisieren und die passende Regel wieder verfügbar machen.
Experimente zum Task Switching zeigen ein stabiles Muster: Direkt nach einem Aufgabenwechsel reagieren Menschen häufig langsamer und machen eher Fehler als bei einer Wiederholung derselben Aufgabe. Vorbereitung kann diese Kosten verkleinern, aber meist nicht vollständig beseitigen.
Was ist ein Switch Cost?
Der Switch Cost ist die messbare Differenz zwischen einem Durchgang, in dem dieselbe Regel weiter gilt, und einem Durchgang, in dem die Regel wechselt. Er kann sich in längerer Reaktionszeit, mehr Fehlern oder beidem zeigen.
- Zielwechsel: Was soll ich jetzt erreichen?
- Regelaktivierung: Welche Information ist relevant und welche Reaktion passt?
- Interferenz: Die vorherige Regel ist nicht sofort verschwunden und kann die neue Antwort stören.
- Wiederaufnahme: Nach einer Unterbrechung muss der vorherige Zwischenstand rekonstruiert werden.
Deshalb kann eine Minute mit vielen kleinen Wechseln anstrengender wirken als mehrere konzentrierte Minuten an einer Aufgabe. Das Problem ist nicht mangelnde Disziplin, sondern ein normaler Preis kognitiver Flexibilität.

Was die BrainApps-Aufgabe „Switch Tasks Fast“ damit zu tun hat
Die BrainApps-Aufgabe „Switch Tasks Fast“ greift das Prinzip des Regelwechsels spielerisch auf: Ein Hinweis bestimmt, ob eine Farbe oder eine Form beurteilt werden soll. Entscheidend ist nicht nur Schnelligkeit. Man muss zuerst erkennen, welche Regel gerade gilt, die vorherige Antwort unterdrücken und anschließend passend reagieren.
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Die Verbindung zur Forschung ist thematisch – nicht kausal: Eine solche Aufgabe bildet Aspekte von Task Switching ab. Daraus folgt nicht automatisch, dass das Spielen Multitasking im Alltag verbessert oder den allgemeinen IQ erhöht. Der praktische Wert liegt in einer kurzen, transparenten Herausforderung, bei der Regelwechsel und Fehler direkt wahrnehmbar werden.
Vier alltagstaugliche Wege zu weniger Wechselkosten
- Ähnliche Aufgaben bündeln. Beantworten Sie Nachrichten in einem Zeitfenster, statt jede Benachrichtigung sofort zu öffnen.
- Den Zwischenstand sichtbar machen. Notieren Sie vor einer Unterbrechung den nächsten konkreten Schritt. Ein solcher Hinweis erleichtert die Wiederaufnahme.
- Benachrichtigungen für Fokusphasen pausieren. Schon das Prüfen, ob etwas wichtig ist, kann einen neuen Aufgabenkontext aktivieren.
- Wechsel bewusst setzen. Ein klarer Abschluss oder eine kurze Pause schafft eine bessere Grenze als ein zufälliger Sprung zwischen offenen Fenstern.
Weitere kurze Ansätze finden Sie in unserem Beitrag Aufmerksamkeit trainieren: 7 Übungen für Erwachsene. Wie automatische Informationen mit einer aktuellen Regel konkurrieren, erklärt außerdem der Artikel zum Stroop-Effekt.

Was sagt die Forschung über Multitasking und Aufgabenwechsel?
- Monsell (2003): Der vielzitierte Überblick fasst zusammen, dass Reaktionen nach einem Aufgabenwechsel typischerweise langsamer und oft fehleranfälliger sind. Mehr Vorbereitungszeit reduziert den Switch Cost, beseitigt ihn aber nicht vollständig. Trends in Cognitive Sciences.
- Rubinstein, Meyer und Evans (2001): Vier Experimente stützten ein Modell mit Zielwechsel und Regelaktivierung. Die Wechselkosten stiegen unter anderem mit der Komplexität der Regeln. Journal of Experimental Psychology.
- Garner und Dux (2023): Eine neuere Perspektive ordnet die robusten Leistungskosten bei zwei gleichzeitigen Aufgaben in ein breiteres Modell von Lernen und Wissensübertragung ein. Nature Reviews Neuroscience.
- Ülkü und Kolleg:innen (2024): In einer Studie mit 32 jüngeren und 28 älteren Erwachsenen beeinträchtigten Unterbrechungen das erneute Fokussieren auf arbeitsgedächtnisrelevante Informationen; erwartbare Unterbrechungen erleichterten die Vorbereitung. Die Laboraufgabe erlaubt jedoch keine pauschale Aussage über jeden Alltag. Scientific Reports.
Die Studien untersuchen Task Switching, Doppelaufgaben und Unterbrechungen mit unterschiedlichen Methoden. Sie belegen nicht die Wirksamkeit einer bestimmten App. Sie zeigen aber konsistent, warum bewusstes Strukturieren und kurze, klar definierte Aufgaben sinnvoller sein können als permanentes Hin- und Herspringen.
Häufige Fragen
Kann das Gehirn überhaupt zwei Dinge gleichzeitig tun?
Teilweise – besonders wenn eine Tätigkeit stark automatisiert ist oder beide Aufgaben unterschiedliche Ressourcen beanspruchen. Zwei neue oder entscheidungsintensive Aufgaben konkurrieren jedoch häufig um bewusste Aufmerksamkeit.
Ist Multitasking immer schlecht?
Nein. Entscheidend sind Art, Schwierigkeit und Kombination der Aufgaben. Problematisch sind vor allem häufige Wechsel zwischen Tätigkeiten, die beide aktive Kontrolle benötigen.
Kann man Task Switching trainieren?
Übung verbessert meist die Leistung in der geübten Aufgabe. Wie weit sich dieser Vorteil auf andere Situationen überträgt, hängt stark von Aufgabe und Messung ab. Deshalb verspricht BrainApps keine allgemeine Multitasking-Steigerung.
Was ist der einfachste erste Schritt?
Schalten Sie für eine kurze Fokusphase nicht notwendige Benachrichtigungen aus und notieren Sie vor jedem unvermeidbaren Wechsel den nächsten Schritt der aktuellen Aufgabe.
Fazit: Flexibel wechseln – aber nicht kostenlos
Multitasking ist häufig schnelles Task Switching. Diese Flexibilität ist nützlich, hat aber einen messbaren Preis. Wer Wechsel sichtbar macht, ähnliche Aufgaben bündelt und Unterbrechungen bewusst gestaltet, schafft bessere Bedingungen für konzentriertes Arbeiten.
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Eine kurze BrainApps-Runde ausprobieren
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Hinweis: BrainApps ist ein Angebot für kognitive Unterhaltung und Aktivierung. Es ist kein Medizinprodukt und ersetzt keine medizinische Untersuchung, Diagnose oder Behandlung.




